Abfallentsorgung in KFZ Betrieben

Das gesetzliche Regelwerk zum sicheren Umgang mit Gefahrenstoffen in Kfz-Betrieben ist so umfassend wie undurchsichtig. Sowohl das Arbeitsschutzgesetz, als auch das Chemikaliengesetz und viele weitere Vorschriften legen genau fest, wie gefährliche Abfallprodukte oder Rohstoffe in einem Betrieb zu behandeln sind. Sie lassen aber offen, was Werkstätten im Arbeitsalltag quasi nebenbei tun können, um die Sicherheit für die Mitarbeiter und den wichtigen Umweltschutz zu erhöhen. Die folgenden Tipps sind deswegen eine wichtige Ergänzung, ersetzen jedoch keineswegs die Pflichten, die sich aus den Gesetzen für einen Betrieb ergeben.

Tipp 1: Gefahrenstoffe auch als Gefahr behandeln

Schon ein kurzer Blick auf die umfangreichen Gesetze macht deutlich: Gefahrenstoffe werden nicht grundlos als solche bezeichnet. Jeder Betrieb sollte deshalb in seinem eigenen Interesse das Thema äußerst ernst nehmen. Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass sich die Auswirkungen eines laxen Umgangs mit gefährlichen Abfall- und Produktionsprodukten meist erst viel später zeigen. Außerdem haben kleine Nachlässigkeiten oft große Auswirkungen – sowohl auf den Körper, als auch auf die Maschinen und die Bausubstanz.

Das gilt für die eigenen Mitarbeiter und die unmittelbare Betriebsstätte, sowie für die Anlieger, Kunden und umliegenden Bereiche. Denn Gefahrenstoffe, die in den Boden oder das Wasser gelangen, breiten sich zwangsläufig aus und richten Schaden an.

Tipp 2: Prüffristen und Gefährdungsbeurteilung optimieren

Für jedes Arbeitsmittel und jede Anlage muss regelmäßig eine angemessene Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. In ihrem eigenen Interesse sollten Kfz-Betriebe die dazugehörigen Fristen so eng wie möglich setzten und Abläufe entwickeln, damit die Prüfung den Arbeitsalltag nicht behindert.

Je genauer die einzelnen Prozesse festgelegt und eingespielt sind, desto schneller können Werkstätten diesen wichtigen (und gesetzlich streng geregelten) Schritt erledigen. Verteilte Verantwortlichkeiten und entsprechende Vordrucke helfen, dass die Prüfung so umsichtig wie möglich geschieht.

Mit einem automatisierten Terminmanagement und entsprechend hinterlegten Dokumenten können die einzelnen Fristen jederzeit überprüft und eingehalten werden. Viele Hersteller liefern Gefährdungsbeurteilungen zu ihren Produkten mit, die als Vorlage für die eigenen Unterlagen dienen.

Tipp 3: Gefahrenquellen erkennen und beseitigen

In einem durchschnittlichen Betrieb sind oft mehr Gefahrenquellen vorhanden, als es auf den ersten Blick scheint. Besonders in unübersichtlichen Lagern verstecken sich alte Produkte oder gefährliche Stoffe. Mit einer kritischen Überprüfung und Entsorgung der Lagerbestände lassen sich viele Sicherheitsrisiken, die sonst nicht erkannt würden, beseitigen. Zudem erhält der Betrieb einen aktuellen Überblick über die eigenen Kapazitäten und den Bestand. Mit dieser Aufgabe sollte nicht bis zur Inventur gewartet werden, auch hier sollte sich ein gewisser Turnus etablieren