Abfallmanagement GewerbemüllNach Ansicht des Umweltbundesamts besitzt gerade Gewerbemüll ein hohes Recyclingpotenzial. In Handels-, Handwerks- und Industriebetrieben finden meist hochwertige Rohstoffe in Arbeitsprozessen Verwendung. Hierzu zählen beispielsweise Edelmetalle. Sie sind knapp und erzielen dadurch vergleichsweise hohe Marktpreise. Daher lohnt es sich, defekte Teile und nicht mehr verwendete Endprodukte in ihre Grundstoffe zu zerlegen. Rohstoffe bleiben erhalten und Neuprodukte verfügbar. Als Gewerbetreibender profitieren deshalb auch Sie von der Sammlung in unterschiedlichen Behältersystemen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Sammlung und Transport von Abfällen sind rechtlich geregelt. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und europäischen Richtlinien müssen auch Betriebe eine Hierarchie im Umgang mit Müll einhalten. Dazu hat die Reihenfolge Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, Verwertung und zuletzt erst die Beseitigung Bedeutung. Der Gesetzgeber verfolgt mit dieser Normierung einerseits die Bewahrung einer intakten Natur und andererseits die Aufrechterhaltung eines Materialkreislaufs. Denn nur wenn ausreichend Rohstoffmengen vorhanden sind, können Industrie und Handwerk immer wieder neue Gegenstände herstellen.

Was Sie bei der Mülltrennung beachten müssen

Erfassung und Transport von Abfall erfolgen in Deutschland systematisch. Eine früher anzutreffende systemlose Erfassung ist nur noch in wenigen Fällen zulässig. Die Abfallbehälter unterscheiden sich einerseits hinsichtlich ihrer Organisation und andererseits bezüglich ihrer Müllart. Bezüglich der Organisation gilt: Bei einem Holsystem befinden sich die Tonnen am Haus. Dienstleister holen diese Behälter regelmäßig ab. Ein „Bringsystem“ verpflichtet hingegen zur Abgabe an zentralen Plätzen. Flaschenleergut und Altkleidung gehören zu den klassischen Beispielen. Zur Wahrung eines jeweils funktionierenden Materialkreislaufs hat sich folgendes Entsorgungssystem etabliert:

  • Restmüll. Hierfür werden 120- oder 240-Liter-Tonnen in grauer Farbe verwendet.
  • Verkaufsverpackungen. Ihre Entsorgung und Wiederverwertung erfolgt seit den 90er Jahren über das Duale System.
  • Elektrogeräte. Seit 2005 gilt ein Gesetz, das den Umgang mit Altgeräten regelt. Sie enthalten Metalle und Schadstoffe.
  • Batterien und Akkus. Schon 1998 gab es eine Batterieverordnung. Sie wurde 2009 durch ein Gesetzeswerk ersetzt. Batterien können unentgeltlich im Handel zurückgegeben werden.
  • Altfahrzeuge. Nach einer Altfahrzeugverordnung müssen die Hersteller dafür Sorge tragen, dass die Fahrzeuge im Sinne des Recyclinggedankens verwendet werden.
  • Gewerbliche Siedlungsabfälle. Umleer- oder Wechselbehälter kommen hierfür zum Einsatz.Altglas und Altpapier. Sie werden per Bring- beziehungsweise Holsystem entsorgt. Auch Wertstoffhöfe stellen eine Option dar.

Abfallmanagement Tipps für Gewerbetreibende

Als Gewerbetreibender sind Sie ausdrücklich nicht dazu verpflichtet, Ihren kommunalen Anbieter in Anspruch zu nehmen. Stattdessen können Sie auch einen Privatentsorger nutzen. Meist müssen Sie aber trotzdem eine so genannte “Alibitonne” der Kommune vorhalten und abrechnen. Die Einhaltung von Verordnungen und Gesetzen muss im Rahmen der Mülltrennung aber auch hier stattfinden.