Abfallentsorgung in Autohäusern und KFZ WerkstättenAuch im Autohaus sind Abfälle, die gefährlich für die Umwelt sein können, Alltag. Darum sind Planer dazu verpflichtet, bei der Renovierung oder dem Neubau gewisse Vorkehrungen zu treffen, um die Abfallbeseitigung im Autohaus umwelt-, norm- und nachhaltigkeitsgerecht zu organisieren. Hier sind die wichtigsten Punkte kurz zusammen gefasst.

Grundsätzlich allumfassend planen

Ganz gleich, ob das Autohaus mit einer Kfz-Werkstatt ausgestattet ist, oder nicht: Mineralöle, nicht mehr benötigte Autoteile, Reinigungsmittel etc. fallen immer als Abfall an. Im Zuge verschiedener Genehmigungsverfahren (Baugenehmigung etc.) werden alle Anlagen, bei denen wassergefährdende Abfälle im Autohaus entstehen können, direkt überprüft. Dabei sollten Planer grundsätzlich darauf achten, dass jeglicher Kontakt der Abfälle mit dem Grundwasser schon im Vorhinein ausgeschlossen ist:

• Alle Wände, Böden und Lagerflächen müssen komplett undurchlässig sein.
• Das gilt vor allem für Entsorgungs- oder Anlieferungsflächen.
• Werden Stoffe umgefüllt, müssen dafür ausreichend Auffangwannen bereit stehen.
• Altbatterien werden nur in Kunststoffwannen gelagert.

Jeder Arbeitsbereich im Autohaus erfüllt eigene Zusatzbedingungen

Die Genehmigungsinstanzen haben für jeden Bereich definiert, wie Abfälle im Autohaus zu behandeln sind. Dabei ist es gleich, ob z.B. die Werkstatt voll ausgestattet ist oder nur für gelegentliche Arbeiten an z.B. den Vorführfahrzeugen genutzt wird.

Werkstatt

• Sobald Mineralöle und andere wassergefährdende Stoffe (beim Umfüllen, Abfüllen, Befüllen oder Aus- und Einbau von Teilen etc.) ins Spiel kommen, muss die Werkstatt über einen dichten Boden und entsprechende Sammelbehälter sowie Entsorgungsverträge verfügen.
• Entspricht der Werkstattbereich den Dichtflächen-Bestimmungen, dürfen hier auch Mineralöle und andere wassergefährdende Stoffe bei Lieferung angenommen und zur Entsorgung bereitgestellt werden.

Standplätze für ausrangierte Fahrzeuge und Fahrzeugteile

• Wenn in Fahrzeugen Betriebsmittel enthalten sind, müssen auch diese auf Dichtflächen stehen.
• Bei verunreinigten Fahrzeugteilen muss die Fläche zusätzlich ein Dach besitzen.

Stellflächen für Gebrauchtwagen

• Verkaufsfähige Gebrauchtfahrzeuge, die lecksicher sind, dürfen auf jeder Fläche abgestellt werden.

Waschvorrichtungen

• Auch alle Waschplätze, Waschhallen oder Waschstraßen sind beim Thema Boden dicht und mediumbeständig zu planen. Zwar müssen sie nicht weiter nach TRwS 786 befestigt werden, jedoch sollten Planer stets sicher stellen, dass der Waschbereich von anderen Gebieten durch Schwellen, Rinnen etc. abgegrenzt und überdacht ist.
• Kommen Maschinen zum Einsatz, muss das Waschwasser einem entsprechenden Kreislauf unterliegen.

Tankvorrichtungen

• Hierfür ergeben sich genaue Vorschriften nach VAwS sowie TRwS 781 „Tankstellen für Kraftfahrzeuge“
• Wiederum gilt: Sobald eine solche Vorrichtung existiert, müssen Planer für den Gewässerschutz im vollen Umfang der Vorschrift Sorge tragen.

Abwasser allgemein

• Jegliches Abwasser muss nach der Entwässerungssatzung entsorgt werden.
• Die Abwasserverordnung stellt zudem gesonderte Anforderungen an Abwasser mit Mineraölgehalt.
• Abscheideranlagen ergeben sich nach DIN EN 8582 und DIN 1999-100.