Abfallentsorgung KFZ BetriebNach Angaben des Statistik Portals Statista sind im Jahr 2015 etwa 44,4 Millionen gemeldete Pkw in Deutschland unterwegs. Für diese stehen etwa 33.500 Werkstätten zur Verfügung, die sich um Reparaturen und Garantieansprüche kümmern. Dabei entsteht viel Müll. Dieser tritt im Vergleich zum üblichen Haushaltsunrat allerdings in anderer Zusammensetzung zutage. Autos bestehen vorwiegend aus Metall und Kunststoff, weswegen die meisten Komponenten aus diesen Materialen bestehen. Im Bereich Sicherheit und Komfort kommen heute Elektroniksysteme zum Einsatz, bei denen Quecksilber, Nickel, Blei, Cadmium und anders Verwendung finden. Die gesonderte Erfordernis der Antriebstechnik bringt den Einsatz von Öl mit sich. Insgesamt handelt es sich um Stoffe, die nicht in das Grundwasser gelangen dürfen. Andernfalls fügen sie den Menschen und ihrer Umwelt erheblichen Schaden zu.

Das Abfall-ABC im KFZ-Betrieb
Es gelten in Deutschland eine Reihe von europäischen und nationalen Verordnungen, die den Umgang mit Abfall bestimmen. Als grundlegende Prinzipien gelten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz eine Abfallhierarchie und das Getrennthalten von Müll zur Verwertung. Diese Grundsätze gelten auch für KFZ-Betriebe. Einerseits heißt dieses für den schrittweisen Umgang mit Müll: Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, Verwertung und Beseitigung. Andererseits bedeutet oben benanntes für die Trennung: Gleiches soll gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden.

Müllvermeidung in der Autowerkstatt
Abfallvermeidung stellt den ersten und wichtigsten Schritt zu einer positiven Umweltbilanz dar. Denn dort, wo kein Müll entsteht, besteht keine Notwendigkeit zur Inanspruchnahme kosten- und zeitintensiver Entsorgungsleistungen. Dabei entfaltet sich in Werkstätten dieser Grundsatz gerade in zweifacher Hinsicht: Zum einen sollen umweltfreundliche Materialien bevorzugt eingesetzt werden. Damit entfallen unter anderem die Pflichten zur Führung eines Erzeugerregisters oder einer gesonderten Sorgfaltspflicht. Zum anderen ist eine Rücknahmepflicht der Hersteller zu prüfen. Diese ergibt sich bei Altfahrzeugen, Bauteilen, Altöl, Verpackung, Elektrogeräten und Batterien. Damit entsteht im eigenen Betrieb erst gar kein Müll.

Die Wiederverwendung von Komponenten
Wer sein Auto in die Werkstatt bringt, erwartet meist, dass fabrikneue Ersatzteile eingesetzt werden. Das läuft aber der Ressourceneffizienz zuwider: Eine Verwendung bestehender Teile ist einer Neuproduktion vorzuziehen. Wieso sollen Betriebe aufgearbeitete und funktionierende Komponenten aussortieren? Stattdessen lohnt sich oft eine Verwendung von Ersatzteilen, die dem Alter des Fahrzeugs entsprechen. Mit einer Gewährleistungserklärung entstehen durch den meist geringeren Anschaffungspreis gerade für Kunden niedrigere Kosten. Ein Wettbewerbsvorteil der Autowerkstatt entsteht.

Mülltrennung als Voraussetzung für Recycling und Verwertung
Autos bestehen zu einem Großteil aus Kunststoff und Metall. Damit diese Materialen recycelt oder verwertet werden können, ist eine strikte Mülltrennung einzuhalten. Das gilt auch für gefährliche Abfälle wie Airbags, Altöl, Batterien, Kältemittel, Putzlappen, Spraydosen, Stoßdämpfer und Verpackungsabfälle. Klare Verantwortlichkeiten erleichtern den Betriebsalltag genauso wie eine eindeutige Bezeichnung von Behältern. Die Beauftragung eines speziellen Entsorgungsunternehmens bietet meist ein vollständiges Konzept mitsamt Optimierungsleistungen. Entsprechendes erleichtert die Arbeit in den Betrieben und schafft Raum für wichtigere Aufgaben.

Erst zuletzt: Die Beseitigung
Erst als letzte Maßnahme ist in den Verordnungen der EU und der Bundesrepublik die Beseitigung vorgesehen. Alle Teile, die keinen Verwendungszweck mehr erfüllen und ohne Schadstoffbelastung sind, können den Deponien zugeführt werden. Damit verbunden ist aber auch immer die Nutzlosigkeit der Gegenstände. In Zeiten knapper Ressourcen sollte es sich um die letzte Option handeln.